Donnerstag, 29. März 2018

Schneidemaschine in der Grundschule

Material ausschneiden gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Dennoch möchte ich, dass es ordentlich aussieht, weshalb ich Feinheiten bisher immer mit einer Schere ausgeschnitten habe. Besonders bei laminiertem Material ist das sehr mühsam und zeitaufwendig. Die Zeiten sind nun zum Glück vorbei, da ich eine kleine elektronische Schneidemaschine gefunden habe, die das in Zukunft für mich übernehmen wird. Nachfolgend möchte ich euch eine kleine Anleitung geben, wie ich diesen sogenannten Schneideplotter für die Schule einsetze.


Zuerst benötigt man die Software zum Gerät. Diese könnt ihr euch beim Hersteller kostenlos herunterladen. Nachfolgend zeige ich euch die wichtigsten Funktionen, die ihr benötigt, um euer Material schnell und ordentlich ausschneiden zu lassen.

1. Schnittdatei erstellen
Um euere Schnittdatei zu erstellen, müsst ihr natürlich zuerst das Programm öffnen. Ihr bekommt nun eine Schneidematte angezeigt. Hier solltet ihr rechts bei den Seiteneinstellungen darauf achten, dass ihr die richtige Größe ausgewählt habt oder diese entsprechend anpasst (Automatisch Portrait 2). Ebenfalls in den Seiteneinstellungen könnt ihr euch die Passermarkierungen anzeigen lassen. Hierfür klickt ihr in den Seiteneinstellungen auf das rechte Symbol und wählt bei Stil Typ 1 aus. Im nächsten Schritt könnt ihr per "Drag and Drop" eure Bilder aus dem Ordner auf die Schneidematte ziehen. Klickt ihr ein Bild an, könnt ihr an den vier Eckpunkten anschließend die Größe proportional ändern und anpassen und das Bild durch ziehen an der richtigen Stelle platzieren. Wichtig ist, dass die Bilder nicht über den roten Rand hinausragen. Auch mit dem gestrichelten Bereich oben und unten dürfen sich eure Bilder nicht überschneiden.

2. Drucken und laminieren
Habt ihr die Datei vorbereitet und der Seite alle Bilder hinzugefügt, die ihr schneiden möchtet, könnt ihr die Seite inklusive der Passermarkierungen einfach über euern Drucker ausdrucken. Hierfür klickt ihr auf Datei und wählt Drucken aus. Anschließend könnt ihr das Papier ganz normal laminieren. Ich nutze matte Laminierfolien in der Stärke 100mic. Ich habe es auch mit glänzenden Folien versucht, was auch funktionierte. Es kann jedoch sein, dass der Laser durch den Glanz der glänzenden Laminierfolien irritiert wird und die Passermarkierungen nicht findet. Bei Facebook kam der Tipp, die Ecken der Folien vor dem Laminieren abzuschneiden, sodass die Markierungen frei von Folie sind.

3. Papier einziehen
Bringt nun euer laminiertes Papier auf der mitgelieferten Schneidematte an den entsprechenden Markierungen an. Führt die Schneidematte mit dem Pfeil voran in das Gerät ein. Hierbei muss die Matte zwischen den beiden weißen Rollen angesetzt und anschließend mit der Pfeiltaste (nach oben) eingezogen werden. Ihr könnt auch Papier ohne Laminierung schneiden. Hier müsst ihr allerdings etwas aufpassen, da die Schneidematte am Anfang so stark klebt, dass sich das Papier nicht mehr richtig ablösen lässt. Ich habe es mit einem Fotokarton darunter versucht und das Papier an den Ecken leicht angeklebt. Das hat gut funktioniert.

4. Schnittbereich auswählen
Nun müsst ihr im Programm noch den Schnittbereich festlegen, damit das Gerät weiß, wo es überall schneiden soll. Hierfür klickt ihr rechts auf das Schmetterling-Symbol und öffnet das Nachzeichnen-Fenster. Jetzt klickt ihr oben auf "Bereich zum Nachzeichnen auswählen" und markiert alle Bilder, indem ihr mit gedrückter Maustaste einen Rahmen um alles zieht. Dabei wird nun ein Teil gelb markiert. Klickt anschließend im Nachzeichnen-Fenster auf "Kontur" und setzt den Schwellenwert auf 100%. Mit einem Klick auf "Nachzeichnen" sind nun alle Schnittlinien gesetzt.

5. Schneiden
Jetzt sind eure Bilder bereit zum Schneiden. Klickt dafür oben rechts auf "Senden" und nehmt noch ein paar letzte Schnitteinstellungen vor. Klickt links auf "Schneiden"und erstellt euch rechts bei "Material" eine neue Vorlage für Laminierfolien. Je nach Stärke eurer Laminierfolien müsst ihr die Messertiefe etwas anpassen. Ich nutze die folgenden Einstellungen für 160g Papier mit matten 100mic Folien: Automatische Klinge, Schnitttiefe 10, Geschwindigkeit 4, Anpressdruck 30, Durchgänge 3. Habt ihr alle Einstellungen getroffen, müsst ihr nur noch auf Senden klicken und schon geht es los.


Am Anfang hört sich das nach ziemlich viel Arbeit an. Ich musste auch etwas herumprobieren, bis ich die richtigen Einstellungen für mein Material gefunden hatte. Da man seine Schnitteinstellungen jedoch speichern kann, geht es jetzt echt schnell und ist deutlich angenehmer als das Ausschneiden mit einer herkömmlichen Schere. Zu Beginn war ich auch etwas skeptisch, ob der Plotter wirklich ganz genau schneiden kann und war nach den ersten geglückten Ergebnissen wirklich überrascht, wie ordentlich und präzise die Bilder ausgeschnitten werden. Es macht auch ein bisschen süchtig muss ich sagen. In meinem Instagram Profil findet ihr in den Story Highlights ein kurzes Video der Schneidemaschine in Aktion und ein ausgeschnittenes Beispiel von Nahem.

Solltet ihr noch Fragen haben, könnt ihr mir gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen.

Einen Link zum Schneideplotter findet ihr links bei meinen Lieblingsartikeln* (Werbung)

Kommentare:

  1. Ach da werde ich ja glatt ein wenig neudisch...das klingt nach einem schönen Spielzeug:-D Darf ich fragen, was du für ein Laminiergerät hast? Meins brauch nämlich eigentlich Folie auf Folie um zu kleben. Nur laminieren und 1x schneiden würde also nicht reichen...

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    1. Mein Laminiergerät heißt GBC Fusion 5000L. Du findest es auch links bei meinen Lieblingsartikeln*.

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  2. Liebe Kerstin,
    welche Schnitttiefe wählst du denn bei laminierten Papieren (welche Folienstärke)?
    lg
    christine

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    1. Liebe Christine,
      das steht alles oben im Beitrag.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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  3. Liebe Kerstin, wie machst du das mit voreingestellten PDF Dateien, z. B. verschiedene Legekreise und so?
    Liebe Grüße Susi

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    1. Liebe Susi,
      so weit bin ich noch nicht. Ich habe ihn erst seit gestern :)
      Liebe Grüße
      Kerstin

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    2. Liebe Susi,

      für solche Fälle gibt es eine tolle Matte, nennt sich "Pix Scan". Darauf legst du dein ausgedrucktes und laminiertes Material, machst ein Foto von der Matte auf der dein Material liegt, fügst dieses in deinem Programm ein und gehst dann vor wie ab Punkt 3 beschrieben :-). Ich habe leider bisher kein laminiertes Material geschnitten bekommen, aber ich gebe nicht auf ;-). Liegt bestimmt an zu dicker Folie oder so. Schön, dass du die Maschine auch für dich entdeckt hast Kerstin :-).

      Liebe Grüße
      Anna @grundschulzwerg

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  4. Liebe Kerstin
    hatte mir auch einen Plotter ausgeliehen von der Schulmediothek und zwar den Cameo Silhouette 3. Bin ebenfalls völlig begeistert. Ich habe mir Flexfolien dazu gekauft und damit ganz tolle, individuelle T-Shirts hergestellt. Das ist nämlich eine Folie, die man aufbügeln kann. Echt Hammer!
    Viel Freude mit deinem Plotter wünscht dir
    Eva aus der Schweiz

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  5. Vielen Dank für den interessanten Einblick!
    Hab ich mir schon öfters übefrlegt, hatte aber immer Zweifel wegen dem intensiven Einarbeiten. Aber jetzt hab ich Lust und überleg ich es mir noch einmal. =)
    LG, Mala

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  6. Danke! Klingt kompliziert, aber interessant. Das Ausschneiden kostet so viel Zeit....

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    1. Es klingt tatsächlich kompliziert, aber wenn man seine Einstellungen gefunden und es ein paar Mal gemacht hat, geht es tatsächlich recht schnell.

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    2. Danke, liebe Kerstin. Jetzt muss ich nur noch sparen. Kaufe im Moment mal wieder zu viel... Ich hoffe, dein Blog bleibt bestehen.

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  7. Cooles Gerät!
    Davon habe ich bisher noch nicht gehört. Vielleicht kann mir das ja noch kurzfristig der Osterhase vorbei bringen!
    Danke für die Funktionsbeschreibung!
    LG Silke

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  8. Es gibt für den Cameo eine Pixscan Matte. Ich weiß allerdings nicht, ob die auch für den Portrait passt. Ich liebe meinen Plotter, nicht nur für die Schule.
    LG birdy

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    1. Liebe birdy,
      vielen Dank für den Tipp. Es gibt auch eine für den Portrait.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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  9. Hallo
    Kann ich damit alles drucken und schneiden, was ich will? Beispielsweise ein Clipart aus google Bildee?
    Danke

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    1. Du kannst damit sämtliche Bilder schneiden. Drucken musst du sie allerdings vorerst mit einem Drucker. Rein rechtlich ist das mit den Google Bildern jedoch eine andere Geschichte.

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    2. Danke für deine Antwort! Ich besitze den von brother, der auch ohne Vorlage plotten kann, aber nicht bei jedem die Kontur erkennt.

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  10. Liebe Kerstin,
    welch verlockender Bericht :-)
    Um den Plotter habe ich bis jetzt einen großen Bogen gemacht - auch im textilen Bereich, dachte ich immer, dass ich das nicht brauche.
    ABER jetzt bin ich versucht, mir doch einen zuzulegen :-)
    Benötigt der von dir benutzte Plotter denn ein bestimmtes Betriebssystem??
    Vielen Dank für deine Ideen!
    Lieber Gruß
    bettina

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    1. Liebe Bettina,
      das Programm zum Plotter funktioniert sowohl mit Windows (Windows 7 oder höher) als auch mit einem Mac (OSX 10.7 oder höher).
      Liebe Grüße
      Kerstin

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    2. Liebe Kerstin,
      danke für deinen sehr hilfreichen Blogbeitrag :)
      Ich habe schon seit längerem einen Plotter, aber bisher nur Kleidungsstücke verschönert. Ans Drucken und Ausschneiden habe ich mich noch nicht getraut.
      Nachdem ich es dann mit einer matten Laminierfolie versucht habe, hat es mit deiner Anleitung super gut funktioniert. Bei den glänzenden Folien findet der Plotter die Markierungen nicht.
      Ganz vielen lieben Dank!!
      Liebe Grüße und frohe Ostern
      Christina

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    3. Liebe Christina,
      es kann sein, dass der Laser durch den Glanz der glänzenden Laminierfolien irritiert wird. Man kann allerdings die Ecken der Folien vor dem Laminieren abschneiden, sodass die Markierungen frei von Folie sind. Dann sollte es funktionieren.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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    4. Liebe Kerstin,
      stimmt! Das ist eine sehr gute Idee!!
      Werde es mal ausprobieren.
      Liebe Grüße
      Christina

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  11. Hallo Kerstin.

    Funktioniert auch das Herstellen einer Schablone? Ich brauche für Kunst z.B. Schmetterlingschablonen, also solche mit denen wir mit Hilfe der Zahnbürstenspritztechnik "Hohlräume" füllen können. Oder Wörter, die man ausmalen könnte... Kann das der Plotter auch? Grüße Tanja

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    1. Liebe Tanja,
      die laminierten Umrisse kann man super als Schablone verwenden. Man kann glaube ich auch Pappe und Fotokarton schneiden. Es kann aber sein, dass du dann ein anderes Messer brauchst.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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  12. Hallo Kerstin, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Welche Laminierfolien verwendest du denn und wo beziehst du sie?
    Einen schönen Ostermontag wünscht dir Daniela

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    1. Liebe Daniela,
      ich nutze ausschließlich matte Laminierfolien. Meist kaufe ich sie bei laminierfolien24.
      Liebe Grüße und frohe Ostern
      Kerstin

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  13. Liebe Kerstin,
    vielen lieben Dank für den Tipp. Das Gerät ist ja spitze!
    Ich habe allerdings das Problem, wenn ich Dinge einlaminiere und dann genau ausschneide, dass sich dann früher oder später die Folie ablöst. Passiert das mit dem Plotter auch?
    Liebe Grüße Jen

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    1. Liebe Jen,
      das hat mit dem Plotter nichts zu tun, sondern kommt auf die Qualität der Folien und des Laminiergeräts an. Bei mir sind Folien noch nie aufgegangen und ich schneide immer genau aus. Ich hoffe das hilft dir weiter.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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    2. Ah ok. Das ist also der Trick �� Welche Folien kannst du empfehlen?

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    3. Ich verwende immer die matten Folien von Laminierfolien24.

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  14. Hallo Kerstin, ich habe mich ein wenig informiert, weil ich durch dich auf diese Möglichkeiten aufmerksam wurde. Wenn ich es richtig verstehe lohnt sich in Plotter nur für "aufwendige" Formen, da ich alle Bilder in die Software laden muss. Wenn ich ein Lesespiel auf rechteckigen Karten drucke, bin ich mit der Handschneidemaschine immer noch schneller.

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    1. Lieber Johannes,
      genau, für gerade Kanten nutze ich immer noch den Hebelschneider.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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  15. Liebe Kerstin,
    danke für den ausführlichen Erfahrungsbericht. Das klingt ja für ausschneidegeplagte Grundschullehrer geradezu paradiesisch :-). Verstehe ich das richtig, dass der Ausdruck der Bilder auf dem Drucker von der Plotter-Software aus erfolgen muss? Du hast das Vorgehen für Bilder beschrieben. Funktioniert es auch mit Word-Dokumenten oder pdfs? Also ich denke auch an das Ausschneiden von Karten, z. B. den Kärtchen von deiner Rechtschreibkiste. Geht das auch mit dem Plotter? Falls ja, müssen dann die auszuschneidenen Linien mit der Software markiert werden?
    Vielen lieben Dank für die vielen Inspirationen, Tipps und das Material auf deinem Blog!
    Liebe Grüße Anja

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    1. Liebe Anja,
      ich habe es bisher nur Bilder über das Programm gedruckt. PDF und Word habe ich noch nicht versucht.
      Viele liebe Grüße
      Kerstin

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    2. Liebe Anja,

      PDF und Word geht an sich nicht, aber durch das Windows eigene "Snipping Tool" der Screenshots ist das überhaupt ein Problem! Wenn man dann die Kontraste noch mit paint.net bearbeitet oder Motive freistellt, kann man mit der Maschine wirklich alles erreichen ;).

      Liebe Grüße,
      Anna @grundschulzwerg

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  16. Der Wahnsinn! Ich bin inspiriert und würde mir auch gern direkt sowas zulegen.

    Ich habe noch eine andere Frage...
    Wo kann man denn diese schönen Bilder kaufen???
    Hast du sie von Kate Hatefield? Ich habe mich noch nicht getraut, da
    was zu kaufen. Vielleicht hat einer mal einen Erfahrungsbericht für mich. Das wäre
    sehr lieb!
    Liebe Grüße, Susi

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